Vitamin D im Winter, Magnesium nach dem Sport, Eisen bei Müdigkeit oder doch lieber gleich ein Multivitaminpräparat? Die Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß – und mindestens genauso groß ist die Zahl unterschiedlicher Empfehlungen.
Während die einen überzeugt sind, dass eine ausgewogene Ernährung grundsätzlich ausreicht, sehen andere in Mikronährstoffen einen wichtigen Baustein ihrer täglichen Gesundheitsroutine.
Dazwischen bleibt eine entscheidende Frage:
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll?

Viele Menschen haben bereits verschiedene Präparate ausprobiert. Vielleicht Vitamin D aus der Drogerie, Magnesium gegen nächtliche Wadenkrämpfe oder ein Eisenpräparat, das nach einigen Wochen wieder in Vergessenheit gerät. Nicht selten entsteht dabei das Gefühl, eher nach dem Prinzip Versuch und Irrtum vorzugehen als auf Basis einer fundierten Entscheidung.
Dabei lohnt sich ein differenzierterer Blick.
Prof. Dr. med. Jochen A. Werner weist beispielsweise darauf hin, dass selbst ein vermeintlich einfaches Symptom wie Müdigkeit nicht zwangsläufig nur auf zu wenig Schlaf zurückzuführen ist:
„Ich selbst musste überhaupt einmal begreifen, dass es gar nicht nur die Schlafdauer ist, sondern dass es auch davon abhängt, ob dein Körper auf Zellebene genügend Energie produzieren kann.“
Prof. Dr. med. Jochen A. Werner
Der Gedanke dahinter ist einfach, aber entscheidend: Gesundheit lässt sich selten auf einen einzelnen Faktor reduzieren.
Schlaf, Bewegung, Ernährung und die Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen greifen ineinander. Genauso wenig, wie es die eine Ursache für Müdigkeit gibt, gibt es deshalb das eine Vitamin oder das eine Präparat, das für alle Menschen gleichermaßen sinnvoll wäre.
Warum einzelne Nahrungsergänzungsmittel nicht immer die Lösung sind
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wirken im Körper nicht isoliert. Sie sind Teil eines komplexen Netzwerks, in dem zahlreiche Stoffwechselprozesse ineinandergreifen.
Viele Funktionen unseres Körpers – von der Energiegewinnung über die normale Funktion des Nervensystems bis hin zum Knochenstoffwechsel und der normalen Funktion des Immunsystems – sind darauf angewiesen, dass unterschiedliche Mikronährstoffe gleichzeitig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Wie eng dieses Zusammenspiel sein kann, zeigen einige Beispiele:
- Vitamin D und Magnesium: Magnesium ist an der Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form beteiligt.
- Vitamin C und Eisen: Vitamin C erhöht die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.
- B-Vitamine: Verschiedene B-Vitamine sind am normalen Energiestoffwechsel beteiligt.
- Zink und Kupfer: Beide Spurenelemente sollten in einem ausgewogenen Verhältnis aufgenommen werden. Eine langfristige hochdosierte Zinkzufuhr kann die Kupferversorgung beeinträchtigen.
- Vitamin D und Vitamin K: Vitamin D trägt zur normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei, Vitamin K zur Erhaltung normaler Knochen.
Vielleicht liegt genau darin eine der wichtigsten Erkenntnisse beim Thema Nahrungsergänzung:
Es geht nicht darum, einen einzelnen Nährstoff möglichst hoch zu dosieren. Entscheidend ist die Versorgung insgesamt.
Braucht man Nahrungsergänzungsmittel, wenn man sich gesund ernährt?
Eine berechtigte Frage.
Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung bleibt die wichtigste Grundlage für die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Kein Nahrungsergänzungsmittel kann frisches Gemüse, Vollkornprodukte, hochwertige Eiweißquellen oder einen gesunden Lebensstil ersetzen.
Dennoch erreichen auch Menschen, die bewusst auf ihre Ernährung achten, die empfohlene Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe nicht immer.
Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben.
- Lebensstil und Alltag: Chronischer Stress, wenig Schlaf, intensive körperliche Belastung oder bestimmte Medikamente können den Bedarf einzelner Nährstoffe erhöhen oder deren Aufnahme beeinflussen.
- Unterschiedliche Lebensphasen: Auch der individuelle Bedarf verändert sich im Laufe des Lebens. In bestimmten Situationen kann er steigen – beispielsweise während einer Schwangerschaft, im höheren Alter oder bei einer überwiegend pflanzlichen Ernährung.
Vitamin D nimmt zudem eine Sonderstellung ein: In unseren Breitengraden steht es insbesondere während der Wintermonate häufig nur begrenzt über die körpereigene Bildung zur Verfügung. - Lebensmittel liefern nicht immer exakt dieselben Mengen: Wie viele Mikronährstoffe ein Lebensmittel tatsächlich enthält, hängt unter anderem von Sorte, Reifegrad, Anbau, Lagerung, Transport und Zubereitung ab.
Vor allem empfindliche Vitamine können durch lange Lagerzeiten oder Verarbeitung teilweise verloren gehen.
Das macht Obst und Gemüse keineswegs weniger wertvoll. Es zeigt lediglich, dass ihr tatsächlicher Nährstoffgehalt variieren kann.
Gesundheit ist keine kurzfristige Entscheidung
Gerade mit zunehmendem Alter verändert sich häufig auch die Perspektive auf Gesundheit.
Es geht nicht mehr ausschließlich darum, akute Beschwerden zu vermeiden. Viele Menschen möchten vor allem möglichst lange aktiv, belastbar und selbstständig bleiben.
„Wenn Menschen mir ihre Sorgen zum Älterwerden berichten, dann geht es meist um einen langsamen Kraftverlust, um eine Abnahme der Belastbarkeit und darum, wie lange sie aktiv bleiben können. Gesunde Langlebigkeit ist keine kurzfristige Entscheidung. Sie ist eine tägliche Entscheidung.“
Prof. Dr. med. Jochen A. Werner
Auch Ernährungserhebungen zeigen, dass die Versorgung nicht bei allen Menschen optimal ist. Der 15. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigt beispielsweise, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung die empfohlenen Zufuhren einzelner Nährstoffe – darunter Vitamin D oder Folat – nicht zuverlässig erreicht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch jeder Mensch Nahrungsergänzungsmittel benötigt.
Ob eine Ergänzung sinnvoll sein kann, hängt unter anderem von Ernährung, Lebensstil, Alter, Vorerkrankungen und gegebenenfalls auch individuellen Laborwerten ab.

Statt einzelner Supplements: die Basis im Blick behalten
Wenn Mikronährstoffe im Körper als Netzwerk zusammenarbeiten, verändert sich auch die Frage, die wir uns beim Thema Nahrungsergänzung stellen sollten.
Nicht unbedingt:
„Welches Vitamin brauche ich?“
Sondern eher:
„Wie gut ist meine grundlegende Versorgung insgesamt?“
Eine ausgewogene Ernährung bleibt dafür die wichtigste Basis. Reicht sie aufgrund der individuellen Lebenssituation nicht immer aus oder besteht ein erhöhter Bedarf, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.
Gerade beim Thema Immunsystem beobachtet Prof. Dr. med. Jochen A. Werner häufig die Erwartung, mit einer einzelnen kurzfristigen Maßnahme viel erreichen zu können.
„Ich werde immer wieder gefragt: Warum bin ich dauernd krank? Ein stabiles Immunsystem ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer täglichen Versorgung. Eine starke Abwehr entsteht durch Kontinuität – nicht durch eine einmalige Aktion.“
Prof. Dr. med. Jochen A. Werner
Entscheidend ist deshalb nicht unbedingt, möglichst viele verschiedene Präparate einzunehmen. Vielmehr lohnt es sich, genauer auf Zusammensetzung, Dosierung und Qualität zu achten.
Woran erkennt man ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel?
Nicht jedes Kombinationspräparat ist automatisch sinnvoll. Einige Kriterien können dabei helfen, Produkte besser einzuordnen.
- Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe: Entscheidend ist nicht nur, welche Nährstoffe enthalten sind, sondern auch, in welcher Form sie vorliegen und vom Körper genutzt werden können.
Beispiele dafür sind bioaktive Folatverbindungen oder gut verfügbare Formen von Coenzym Q10. - Sinnvolle Zusammensetzung statt Höchstdosierung: Mehr ist nicht automatisch besser.
Eine sinnvoll entwickelte Rezeptur sollte das Zusammenspiel unterschiedlicher Mikronährstoffe berücksichtigen und sich nicht allein über möglichst hohe Dosierungen definieren. - Transparenz und Qualität: Eine vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe, nachvollziehbare Qualitätsstandards und unabhängige Prüfungen erleichtern es Verbraucher:innen, die Qualität eines Produkts einzuschätzen.
Und was bedeutet das für die tägliche Routine?
Wer diese Kriterien auf Nahrungsergänzungsmittel anwendet, stellt schnell fest, dass unterschiedliche Produkte sehr verschiedene Ansätze verfolgen.
Manche konzentrieren sich auf einzelne, teilweise hoch dosierte Nährstoffe. Andere kombinieren verschiedene Mikronährstoffe mit dem Ziel, eine möglichst breite Basisversorgung in einer täglichen Routine abzudecken.
Auch BIOGENA ONE wurde nach diesem All-in-One-Prinzip entwickelt.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die möglichst hohe Dosierung einzelner Vitamine oder Mineralstoffe, sondern die Kombination unterschiedlicher Mikronährstoffe in gut verfügbaren Formen.
Der Ansatz dahinter ist vor allem praktisch: Statt zahlreiche einzelne Präparate miteinander zu kombinieren, werden verschiedene Mikronährstoffgruppen in einer täglichen Routine zusammengeführt.
Fazit: Welche Nahrungsergänzungsmittel sind nun wirklich sinnvoll?
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Die Frage lässt sich nicht für jeden Menschen gleich beantworten. Ernährung, Lebensstil, Alter, individuelle Bedürfnisse und gegebenenfalls Laborwerte spielen eine Rolle.
Eine abwechslungsreiche Ernährung bleibt die Grundlage. Nahrungsergänzungsmittel können diese nicht ersetzen – sie können die tägliche Versorgung in bestimmten Situationen jedoch ergänzen.
Wer sich für eine Nahrungsergänzung entscheidet, sollte deshalb weniger nach dem nächsten vermeintlichen „Must-have-Vitamin“ suchen und stärker auf die gesamte Versorgung, sinnvolle Dosierungen, Bioverfügbarkeit und transparente Qualitätsstandards achten.
Oder, wie Prof. Dr. med. Jochen A. Werner es zusammenfasst:
„Gesunde Langlebigkeit ist keine kurzfristige Entscheidung. Sie ist eine tägliche Entscheidung. Du entscheidest jeden Tag, ob du aktiv alt werden willst oder die Zukunft einfach geschehen lässt.“
Prof. Dr. med. Jochen A. Werner

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